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Brüssel, Hauptstadt des Jugendstils und des Comics

Der Jugendstil, ein einzigartiges architektonisches Erbe

Brüssel besitzt die weltweit größte Dichte an Jugendstilgebäuden. Ende des 19. Jahrhunderts revolutionierte der Architekt Victor Horta die Baukunst mit Häusern voller fließender Linien, spektakulärer Glasdächer und eleganter Schmiedearbeiten. Vier seiner Hauptwerke sind UNESCO-Weltkulturerbe: das Hotel Tassel, das Hotel Solvay, das Hotel van Eetvelde und das Horta-Haus, das heute ein Museum beherbergt. Die Stadtteile Saint-Gilles und Ixelles sind reich an bemerkenswerten Fassaden, die bei geführten Spaziergängen oder auf den vom Tourismusbüro ausgeschilderten Routen bewundert werden können.

Das Belgische Comic-Zentrum

Untergebracht in einem ehemaligen Textilkaufhaus, das von Victor Horta selbst entworfen wurde, ist das Belgische Comic-Zentrum ein unverzichtbarer Anlaufpunkt. Dieses weltweit einzigartige Museum präsentiert die Geschichte der neunten Kunst anhand originaler Zeichnungen der größten belgischen Zeichner: Hergé und sein Tim und Struppi, Franquin und Gaston, Peyo und die Schlümpfe, Morris und Lucky Luke. Die Dauerausstellungen zeichnen die Entwicklung des Comics von den Anfängen bis heute nach, während Wechselausstellungen zeitgenössische Talente ins Rampenlicht rücken. Der Museumsshop ist ein Muss für Sammler.

Wandmalereien, ein Freiluftmuseum

Seit 1991 verwandelt Brüssel seine Mauern in Kunstgalerien mit der «Comic-Route», einem Rundgang mit über 60 riesigen Wandmalereien, die über die ganze Stadt verteilt sind. Jedes Wandbild zeigt eine ikonische Comicfigur in einem beeindruckenden Trompe-l'oeil-Stil. Von Tim und Struppi in der Rue de l'Étuve bis zum Marsupilami in der Rue du Bon Secours überraschen diese monumentalen Werke die Spaziergänger an jeder Ecke. Das Tourismusbüro bietet kostenlose Karten für die gesamte Route an, eine unterhaltsame und originelle Art, die Brüsseler Viertel zu entdecken.

Kanal-Centre Pompidou und die zeitgenössische Kulturszene

Die Brüsseler Kulturszene ist in vollem Aufbruch. Das lang erwartete Kanal-Centre Pompidou, untergebracht in einer ehemaligen Citroën-Garage aus den 1930er Jahren am Kanalufer, wird im November 2026 endgültig seine Türen öffnen. Dieses neue Museum für zeitgenössische Kunst, entstanden in Partnerschaft mit dem Centre Pompidou in Paris, wird großzügige Ausstellungsflächen, ein Panoramarestaurant auf dem Dach und ein Archivzentrum zur Architekturgeschichte bieten. Brüssel bestätigt damit seinen Status als sich stetig erneuernde europäische Kulturhauptstadt.